Aufarbeitung-Orden.de ist die Plattform des Ausschusses für unabhängige Aufarbeitung sexualisierter Gewalt im Bereich von Ordensgemeinschaften bei der Deutschen Ordensobernkonferenz. Wir möchten Sie auf diesen Seiten mit den wichtigsten Informationen und Hinweisen zur Aufarbeitung in Ordensgemeinschaften vertraut machen.
Ziele, Aufgaben und Mitglieder
Aufgaben
Auszug aus der gemeinsamen Erklärung zu Aufarbeitung:
Mitglieder & Geschäftsordnung
Der Ausschuss versteht sich als nichthierarchisches Team
Im Ausschuss sind u.a. folgende Qualifikationen vertreten: Organisationsberatung, Supervision, Coaching, Projektentwicklung, Fachberatung zu sexualisierter Gewalt, Psychologie, Sozialpsychologie, Psychiatrie, Psychotherapie,
Traumatherapie, Journalismus, Kirchenrecht, Theologie sowie der Blick aus der Betroffenenperspektive.
Der Ausschuss hat sich eine Geschäftsordnung gegeben:
Geschäftsordnung
Die E-Mailaddresse des Ausschusses erhalten Sie durch clicken.
Zustandekommen des Ausschusses
Aktuelles, Presse, Medien
Aktuelles
01.03.2024: Vorbereitung Tätigkeitsbericht
Der Ausschuss bereitet den Tätigkeitsbericht 2023 vor, der am 13. März 2024 veröffentlicht wird.
25.02.26: Untersuchungsbericht der Deutschen Franziskanerprovinz wird veröffentlicht
Pressemitteilungen, Veröffentlichungen
27.03.25: Der Ausschuss legt seinen 3. Tätigkeitsbericht vor.
10.06.24: Die Untersuchung über die Franziskaner Minoriten ist veröffentlicht.
13.03.2024: Der Ausschuss legt seinen 2. Tätigkeitsbericht vor
Am 13. März 2024 legte der Ausschuss seinen zweiten Tätigkeitsbericht für den Zeitraum März 2023 bis Februar 2024 vor. Zurzeit berät der Ausschuss 15 Ordensgemeinschaften auf ihrem Weg der unabhängigen Aufarbeitung. Es konnten erste Aufarbeitungsteams beauftragt werden und die Entwicklung einer guten Mitarbeit von Betroffenen stellt einen wichtigen Beratungsschwerpunkt dar. Neben der Beratung der Ordensgemeinschaften beschäftigt sich der Ausschuss intensiv der Entwicklung von grundlegendem Arbeitsmaterial und mit der Frage „Was ist Aufarbeitung?“. Hier zeigt sich der Bedarf zur Begleitung der Ordensgemeinschaften mit Einbeziehung der Betroffenen bis zur Umsetzung der Empfehlungen und Implementierung wirksamer Schutzkonzepte. [Tätigkeitsbericht]
19.07.2023: Vernetzungstreffen in Kurzformaten
Vor dem Hintergrund der Erfahrungen der ersten beiden Vernetzungstreffen mit Betroffenen aus dem Ordensbereich verändert der Ausschuss das Format. Themenbezogene Kurzformate mit Betroffenen und Experten sollen dazu beitragen Informationsaustausch und konstruktiven Dialog zu weiteren Überlegungen des Ausschusses für unabhängige Aufarbeitung zu ermöglichen.
30.06.2023: zweites Vernetzungstreffen für Betroffene im Ordensbereich
Das digitale Treffen sollte den Teilnehmenden die Möglichkeit eröffnen, sich zu vernetzen und Bedürfnisse und Erwartungen bzgl. der Aufarbeitungsprozesse von Ordensgemeinschaften zu artikulieren. Am Freitagabend stand Br. Andreas Murk OFM Conv., der Vorsitzender der Deutschen Ordensobernkonferenz, als Gesprächspartner zur Verfügung. Vorab wurden zur Strukturierung Arbeitsthesen zur Diskussion gestellt. Die Rahmenbedingungen wurden Ende Mai im Newsletter verteilt. Si-yeun Hammerbacher moderierte die Veranstaltung.
Der erste Tätigkeitsbericht wurde am 31.3.23 veröffentlicht:
Schwerpunkt im ersten Jahr war es die Arbeitsfähigkeit zu erreichen. Hierzu wurden Vorgehensweisen und Unterlagen entwickelt. Derzeit befinden sich fünf Ordensgemeinschaften in der Beratungsphase, eine Gemeinschaft hat diese beendet und mit weiteren finden Informationsgespräche als Auftakt für mögliche Beratungen statt. Damit ist der Ausschuss mit ungefähr 10% der Ordensgmeinschaften, in denen Aufarbeitung geboten ist, befasst. [Tätigkeitsbericht]
01.02.2023: In Frankfurt fand ein erstes Vernetzungstreffen von Betroffenen von Ordensgemeinschaften statt.
Im Oktober 2022 wurden Betroffene zur Mitarbeit im Ausschuss, Begleitung von Ordensgemeinschaften und zur Eintragung in einen Newsletter über den Fortschritt von Aufarbeitung in Ordensgemeinschaften eingeladen Rückmeldebogen. Die Verteilung erfolgte über die uns bekannten Betroffenenvereinigungen, -vertretungen, das UBSKM und Medien [z.B. Katholisch.de, KNA]. Es bekundeten 20 Betroffene ihr Interesse. Diese wurden für das Treffen am 01.02.23 eingeladen, 14 von Ihnen waren in Frankfurt dabei.
16.03.2022: Der Ausschuss Aufarbeitung hat sich konstituiert: Orden.de
17.05.2021: Orden verpflichten sich auf Standards zur Aufarbeitung: Orden.deSüddeutsche.de katholisch.de
Knapp ein Jahr nach den katholischen Diözesen unterzeichnen nun auch die Ordensgemeinschaften eine Erklärung mit dem Unabhängigen Beauftragten für Fragen des sexuellen Kindesmissbrauchs (UBSKM) der Bundesregierung. Die Erklärung setzt vor dem Hintergrund der unterschiedlichen Strukturen und Rahmenbedingungen der Ordensgemeinschaften notwendige Standards und versteht sich als Ergänzung und Weiterentwicklung zu bereits etablierten Maßnahmen und laufenden Aufarbeitungsprozessen.
20.08.2020: Veröffentlichung der Mitgliederbefragung der DOK: Orden.de Bericht
Die DOK veröffentlicht die Ergebnisse einer Befragung unter ihren Mitgliedern zum Thema „Sexueller Missbrauch Minderjähriger und erwachsener Schutzbefohlener durch Ordensangehörige sowie Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen und zur Prävention“.
Betroffenenexpertise
Da Aufarbeitung nur mit aktiver und partizipativer Mitarbeit von Betroffenen gelingen kann, ist die Einbindung der Betroffenenexpertise eine unbedingte Voraussetzung für das Gelingen. Durch folgende Formen möchten wir den bereits bestehenden Einbezug erweitern. Betroffene sind eingeladen, uns ihr Mitwirkungsinteresse über diesen Rückmeldebogen mitzuteilen.
Mitarbeit im Ausschuss
Unterstützung der Aufarbeitung
Mitverfolgen der Aufarbeitung
Wenn Sie Interesse haben, die Aufarbeitung in den Ordensgemeinschaften zu verfolgen, können Sie sich in unseren Informationsverteiler eintragen lassen. Sie werden dann ein- bis zweimal im Jahr über den Verlauf informiert. Wenn Sie Interesse an einer bestimmten Ordensgemeinschaft haben, teilen Sie uns bitte auch dies mit. Auf Wunsch versuchen wir dann, Interessenten bezüglich der gleichen Ordensgemeinschaft zusammenzubringen.
Schritte einer unabhängigen Aufarbeitung
Gemäß einer 2020 von der DOK durchgeführten Mitgliederbefragung fanden Missbrauchstaten in einem Viertel der in der DOK organisierten Ordensgemeinschaften statt. Auch wenn viele von ihnen heute nicht mehr mit Kindern, Jugendlichen oder schutz- und hilfebedürftigen Erwachsenen arbeiten, sind sie in der Verantwortung Klarheit zu schaffen und die Vergangenheit aufzuarbeiten und begonnene Aufarbeitung zum Abschluss zu bringen:
Verantwortung zur Aufarbeitung
- den Betroffenen gegenüber, damit diese gehört und ernst genommen und damit psychisch entlastet werden.
- der Kirche gegenüber, damit sie ihren Auftrag der Verkündigung des Evangeliums erfüllen kann.
- der Gesellschaft gegenüber, denn nur so können Gläubige die Gesellschaft glaubwürdig mitgestalten.
Glaubwürdig sein heißt in diesem Kontext, sich der Vergangenheit zu stellen und diese auch ggf. nach vielen Jahren so weit, wie noch möglich aufzuklären. Viele Betroffene sind ihr Leben lang mit der Einrichtung, dem Ort und der Tat verbunden und damit mit den Personen, die heute die Ordensgemeinschaft leiten.
Auch wenn der Prozess innerhalb der Ordensgemeinschaft, mit den Betroffenen und mit den Medien schwierig ist, wollen wir die Verantwortlichen ermutigen diesen Weg mit uns zu gehen.
Sondierungsgespräch mit Ausschussmitgliedern
Ein erster Schritt, bevor eine Ordensgemeinschaft den Ausschuss beauftragt, kann ein Sondierungsgespräch sein. Der/die Ordensobere tauscht sich mit ein oder zwei Mitgliedern des Ausschusses über die bestehende Situation, ein mögliches Vorgehen, die Notwendigkeit und das Format einer Aufarbeitung aus. An dem Treffen können / sollten auch weitere Personen, z. B. Mitglieder der Ordensleitung, teilnehmen. Im weiteren Prozess ist auch ein Austausch im Rahmen eines Kapitels, Provinzkapitels, Generalkapitels o.ä. möglich.
Beauftragung des Ausschusses
Organisation einer Betroffenenbeteiligung
Sobald die eigentliche Beratung durch den Ausschuss begonnen hat, sollten Betroffene der jeweiligen Ordensgemeinschaften in den Prozess eingebunden werden, sofern bereits Kontakte bestehen. Wenn noch keine Kontakte zu Betroffenen existieren, sollte dies in der Entwicklung des Projektdesigns beachtet werden und frühzeitig im folgenden Prozess behandelt werden.
Gemäß der Gemeinsamen Erklärung ist während des eigentlichen Aufarbeitungsprozesses die Einrichtung eines Betroffenenbeirates vorgesehen.
Entwickeln eines Projektdesigns und Beauftragung eines Berichtes / einer Studie
Nach der Beauftragung des Ausschusses, berät dieser die Ordensgemeinschaft mit Blick auf die nächsten Schritte, die für die jeweilige Situation sinnvoll und notwendig erscheinen. Je nach erforderlicher Herangehensweise werden entsprechende Aufarbeitungsteams gesucht. Es folgen Ausschreibung durch die Ordensgemeinschaft und Beratung bei der Entwicklung eines passgenauen Projektdesigns für die spezifische Situation (vorliegende Fallmeldungen, Betroffenensituation, Ordensentwicklung). Im Weiteren übernimmt der Ausschuss die Begleitung des Projektes im Sinne eines Controllings und, wenn erforderlich, eine Auftrags- und Konfliktklärung, um die Erreichung der Projektziele zu unterstützen. Die Arbeit des Aufarbeitungsteams wird durch die jeweilige Ordensgemeinschaft finanziert.
Abschluss der Aufarbeitung
Die unabhängige Aufarbeitung schließt mit einem zu veröffentlichenden Bericht des beauftragten Projektteams ab. Der Ausschuss veröffentlicht eine eigene Einschätzung zum Abschlussbericht. Eine sich daran anschließende Weiterarbeit, wie zum Beispiel die Umsetzung gewonnener Erkenntnisse über systemische Faktoren oder ein überarbeitetes Präventionskonzept durch die Ordensgemeinschaft, muss individuell erfolgen.
Laufende Aufarbeitungsprojekte
| Legende | Prozessverlauf | ||||
| Ein Aufarbeitungsteam wird gesucht | |||||
| Ein Aufarbeitungsteam ist benannt und veröffentlicht | |||||
| Ein Untersuchungsbericht wurde veröffentlicht | |||||
| Ein Review zu Handlungsempfehlungen ist erfolgt | |||||
